Sinsheim, 26 Grad und 16 Zölis: ein Wochenende, das ich nicht vergessen werde
Es begann mit glutenfreier Pizza für drei Euro Aufpreis.
Freitagabend, Bella Italia in Leimen. Einer der Besitzer hat selbst Zöliakie oder sein Sohn, oder sein Bruder, das hat sich irgendwie in der Runde verloren. Was ich weiß: Wir haben natürlich trotzdem gefragt, wie die glutenfreien Gerichte zubereitet werden: Separater Arbeitsbereich in der Küche.
Glutenfreie Pizza, glutenfreie Calzone, glutenfreies Tiramisu, glutenfreies Bier. Und vierzehn Menschen, die sich zum Großteil aus unserem Zöli-Club kennen, manche auch zum ersten Mal persönlich.

Wir haben einfach gegessen. Ohne diesen kleinen Moment der Anspannung, bevor das Essen kommt. Wer das kennt, weiß genau, was ich meine.
Für die Übernachtung hatte ich den Zölis die Villa Toskana empfohlen: glutenfreie Brötchen am Frühstücksbuffet, Obst und Joghurt in separaten Gläschen. Klein, aber nicht selbstverständlich. Die Rückmeldungen waren durchweg positiv.
Um 10:30 Uhr standen wir am Samstag am Tag der Messe auf dem Vorplatz bei den Foodtrucks. Bei Melek am Dönerstand bildeten sich schnell lange Schlangen; zwei Stunden Wartezeit am Ende. Aber Melek hat zwischendurch Döner verschenkt, und durch die Gespräche in der Schlange hat sich die Wartezeit nicht so lange angefühlt. So ist das, wenn man mit den richtigen Menschen wartet.
Der Einlass lief entspannt, und dann hatte man einfach Zeit. Zeit, von Stand zu Stand zu schlendern, zu probieren, zu entscheiden.
Ich bin keine große Online-Bestellerin. Lebe gerade auf Mallorca, kaufe was ich kriege. Viele dieser Marken kenne ich nur von Instagram und plötzlich stand ich davor.
Bei Lucky Grain hatte ich mein erstes Croissant. Und meine erste glutenfreie Brezel. Die Brezel wanderte in meine Tasche, blieb dort gut zwei Stunden und war immer noch saftig. Das klingt unspektakulär, bis man weiß, wie viele glutenfreie Backwaren nach zwanzig Minuten schmecken wie Pappe.

Bei Lilehus durfte ich probieren; die Laugenstange war mein Favorit. Absolute Empfehlung, ich sage das als jemand, der grundsätzlich Team Laugengebäck ist.
Tobias von Lilehus — danke für die Laugenstange.Bei Schnitzer gab es eine Fotoaktion und ein Gewinnspiel. Und — das möchte ich extra erwähnen — Schnitzer hatte uns vorab 30 Goodie Bags für unsere Abendessen und Zöli-Club-Treffen geschenkt. Dafür nochmal ein herzliches Dankeschön.
Fotoaktion und Gewinnspiel bei Schnitzer.Bei Fria habe ich am Glücksrad gedreht und diese Vanille-Schnecken gewonnen. Ich weiß nicht genau, was ich erwartet hatte, aber nicht das. Die waren wirklich gut und nicht trocken.
Vanille-Schnecken von Fria. Der Wahnsinn.Und dann war da noch das alkoholfreie glutenfreie Radler von Lammsbräu. Zweimal getrunken. Bei 26 Grad Sonne, nach Stunden zwischen Ständen — es war genau das Richtige. Eine Bekannte hat mir später erzählt, dass es am Sonntagnachmittag bereits ausverkauft war. Kann ich mir vorstellen.
Zweimal. Keine Reue.Vivi vom DLCS Store Delicious — wir hatten schon per Videocall miteinander gesprochen, aber endlich mal persönlich kennenlernen: wirklich eine herzliche Person. Und bei Tanja habe ich eine Spätzle-Mischung mitgenommen, weil ich einfach viel zu selten Spätzle esse und sie nur 1,50€ gekostet hat. Diese Spätzle-Mischung wartet jetzt bis zu meinem nächsten Deutschland-Besuch bei meinen Eltern auf mich.
Vivi vom DLCS Store Delicious — endlich mal persönlich.Was mich am meisten mitgenommen hat, waren nicht die vollen Taschen am Ende des Tages.
Es waren die Menschen.
Viele aus unserer Gruppe kannten sich bis dahin nur aus dem Zöli-Club — Profilbilder, Kommentare, manchmal ein Videocall. Plötzlich steht man nebeneinander am Stand, probiert zusammen, lacht zusammen. Ich habe Gesichter wiedergesehen. Ich habe neue dazubekommen.

Am Samstagabend, Goldener Hirsch in Kirchhardt: glutenfreier Flammkuchen, Antipasti, sogar glutenfreie Spätzle. Die Frage in der Runde: Wer hat eigentlich noch Hunger? Fast niemand. Trotzdem saßen wir noch lange zusammen. Mir tat am Ende wirklich der untere Rücken weh — nicht vom Laufen, sondern vom Stehen. Das kennt ihr vielleicht auch.
Goldener Hirsch in Kirchhardt — glutenfreier Flammkuchen, Spätzle, und viel zu lange am Tisch gesessen. Gerne wieder.Ehrlich gesagt: Der Sonntag war weniger glamourös.
Bauchziehen den ganzen Vormittag. Nichts essen, nur Tee. Ich hatte am Vortag so viel probiert und ich bin dieses Teigige einfach nicht mehr gewohnt. Mein Körper war verwirrt. Trotzdem: kein Gluten. Einfach zu viel des Guten auf einmal.
Ich sage das, weil es dazugehört. So ein Messtag ist intensiv, auch wenn alles sicher ist.
Der Schär-Truck. Weil er natürlich auch dabei war.Ich würde mir von Herzen wünschen, dass diese Messe wiederkehrt. Ich weiß, wie viel Organisation dahintersteckt und ich bin den Veranstaltern, Ausstellern und Besuchern wirklich dankbar für diesen reibungslosen Tag. Auch dem Wetter. Denn wir erinnern uns alle noch: neun Grad, Regen, glutenfreier Markt in Scheidegg. Man steht trotzdem da. Man muss ja.
Und genau das ist es, was mich jedes Mal wieder nach Scheidegg zieht.
Diesen Sommer fahre ich wieder hin — diesmal mit einer kleinen Gruppe. Vom 30. Juli bis 2. August sind wir dort, mitten in den Glutenfrei-Wochen, wenn der ganze Ort auf uns eingestellt ist. Glutenfreies Frühstück, drei Abendessen mit 3-Gänge-Menü, Ausflug zur Allgäuer Skywelt, der große Glutenfrei-Markt am Samstag und Sonntag Brunch bei Gunis Panificio, einer 100 % glutenfreien Bäckerei. Alles in einer kleinen Gruppe von max. acht Frauen, die wissen, wie es ist.
Wenn du weißt, wie sich dieses Gefühl anfühlt — einfach essen, ohne nachzufragen, ohne zu erklären, ohne das kleine Kribbeln vorher — dann weißt du auch, warum ich diese Retreats mache.
Eva
Noch 4 Plätze frei.
Anmeldung nur bis 26. April.
4 Tage glutenfrei genießen, durchatmen und ankommen — mitten in den Glutenfrei-Wochen. Mit 3× 3-Gänge-Abendessen, Frühstück, Allgäuer Skywelt, Glutenfrei-Markt und Sonntagsbrunch bei Gunis Panificio. Kleine Gruppe, 890 € pro Person, alles inklusive.
Jetzt Platz sichern →Alle bisherigen Retreats waren ausgebucht.





